Ist es wichtig, dass sich Kinder in Geduld üben?

 

In den 1960er und 1970er Jahren hat der Psychologe Walter Mischel in den Bereichen kindliche Entwicklung und Geduld einige Experimente durchgeführt. Diese Untersuchungen sind im allgemeinen bekannt unter dem Begriff "Marshmallow-Test".

Mischels Experiment besteht im ersten Schritt darin, einem Kind einen Marshmallow anzubieten. Dem Kind wird dabei mitgeteilt, dass der Erwachsene nun den Raum verlässt und falls es den Marshmallow in diesem Zeitraum nicht isst, es zusätzlich einen zweiten bekommt. Wenn das Kind jedoch den Marshmallow isst, bevor der Erwachsene zurückkommt, bekommt es keinen zweiten Marshmallow.

Warum ist es so wichtig, ob das Kind den Marshmallow isst oder nicht? Mischel versuchte dieser Frage auf den Grund zu gehen. Dabei wollte er herausfinden, ob die Kinder, die dazu fähig waren kurzzeitigem Vergnügen zu wiedersagen, um einen längerfristigen Gewinn zu generieren, etwas gemeinsam hatten. Mischels Untersuchung zeigte, dass geduldige Kinder, die auf zukünftige Ereignisse warten konnten, auch in der Lage waren bessere Leistungen in der Schule zu erzielen, weniger wahscheinlich übergewichtig wurden und einen durchschnittlich höheren Bildungsabschluss erzielten, als die Kinder, die den ersten Marshmallow direkt assen.

Mischels Studie zeigt somit auf, dass Kinder, die kurzfristige Freude gegen langfristige Gewinne opfern können, im Laufe ihres Lebens erfolgreicher werden.

Prittworld hat zusammen mit Bildungsexperten mehrere Bastel-Projekte in verschiedenen Schwierigkeitsgraden entwickelt, um Kindern verschiedene Lebenskompetenzen beizubringen. Eine davon ist auch die Geduld. Denn beim Basteln müssen die Kinder unter anderem warten bis der Klebstoff getrocknet ist, alle benötigten Materialien sammeln und die Vorlagen zunächst sorgsam ausschneiden, bevor sie mit dem Spielen beginnen können.